Donnerstag, 26. April 2012

Die Technik macht's möglich:
Kunst ohne Künstler

Ich mag Fotos. Aber ich bin keine gute Fotografin. Und zeichnen oder malen kann ich auch nicht. Vielleicht gerade deshalb liebe ich die vielen Spielereien, die man heuzutage mit jedem x-beliebigen Bildbearbeitungsprogramm machen kann. Angeregt hat mich ein Beitrag von Klarissa. Sie berichtet auf ihrem Blog von ihren Experimenten mit dem Online-Bildbearbeitungsprogramm PicMonkey. Weil es kostenlos ist (bis auf paar Premium-Features) und ich für Neues immer zu haben bin, habe ich es natürlich sofort ausprobiert. Dies wiederum hat mich veranlasst, die einzelnen Möglichkeiten mit jenen zu vergleichen, die ich von meinen gewohnten Bildbearbeitungsprogrammen kenne.

Nun will ich hier keinen technischen Erfahrungsbericht schreiben á la Was geht, was geht nicht? Außerdem ist mir klar, dass wohl jeder, der am Monitor nicht nur seine Fotos sortiert, sondern sie seinen persönlichen Wünschen anpassen möchte, ein Lieblingsprogramm hat, das ihm dabei hilft. Bei vielen ist es sicherlich Photoshop oder Gimp, bei mir ist es PhotoFiltre. Ich liebe dieses Programm! Es ist einfach zu handhaben mit vielen interessanten Masken, Filtern und Brushes. In den letzten Jahren ist viel Neues dazugekommen. Obendrein ist es kostenlos.

Wenn ich einen schönen Rahmen brauche, erweist mir FotoSketcher sehr gute Dienste. Das Programm ist ebenfalls kostenlos, allerdings auf Englisch. Das macht aber nichts, weil man die Handhabung trotzdem auf Anhieb versteht.  Einige der Rahmen, die ihr gleich an den Bildern weiter unten sehen werdet, stammen von diesem kleinen, aber feinen Programm.

Für Kollagen nutze ich E.M. Free Photo Collage. Man kann es sich ebenfalls kostenlos aus dem Netz laden. Die Oberfläche ist auf Englich. Neben etlichen Masken, Texturen oder Rahmen (die ich in der Mehrzahl allerdings nicht so geschmackvoll finde), bietet die Oberfläche die tolle Möglichkeit, mehrere Bilder übereinander zu legen, und zwar so, dass der 3-D-Effekt erhalten bleibt. Das Ganze geht sogar mit transparentem Hintergrund. Ich bin begeistert.

Klarissas Anregung habe ich gern aufgenommen. Der Abend gestern war mit Experimentieren ausgefüllt. Die Möglichkeiten sind unendlich. Die Ergebnisse meines fröhlichen  Schaffens zeige ich euch an einigen ausgewählten Beispielen. Alle Bilder sind mit PhotoFiltre, PicMonkey, FotoSketcher oder E.M Free Photo Collage entstanden – oder aus einer Kombination untereinander.

Das Ausgangsfoto ist stets dasselbe, nämlich dieses wunderbare Foto mit dem herrlich blauen Himmel in der Dämmerung: 

 Morguefile
Ruckzuck lässt sich daraus lässt etwas Protziges für die Wand überm Sofa zaubern:


Der gleiche Filter noch einmal, nur diesmal in Schwarzweiß mit der Betonung auf dem kleinen blauen Fleck Himmel. Ohne den überladenen Rahmen wirkt das Motiv fast wie eine Prophezeihung kommenden Unglücks, oder nicht?


van Gogh gefällig? 


Uh, es hat geregnet, als unser Bus endlich ankam. Beschlagen waren die Fensterscheiben auch:


Gott sei Dank haben wir noch eine schöne Postkarte gefunden. Unsere Lieben zu Hause müssen doch wissen, was sie verpassen:


Zola lässt grüßen. Paris im 19. Jahrundert. Die unglückliche Liebe einer armen Verkäuferin zum alternden Bohème. So könnte die Illustration dazu aussehen:


Die Mappe eines Kunststudenten. Damit wird er um Aufnahme in die Akademie bitten:

 Ich liebe diese schwarz pointierten Konturen. Wie Comic soll es wirken, und es kommt auch fast so hin:


Wer es lieber wässrig mag, Drama kündigt sich an:


... oder nach Manier grausamer Andenkenläden: 


Da lob ich mir die Stunde Null. Graf Dracula bindet die Schleife seines Satin-Umhangs ...


Wer noch einmal davongekommen ist, darf sich freuen. Es bleibt genügend Zeit in Licht und Frieden, um sich in aller Ruhe über Nebensächlichkeiten zu echauffieren - wie dieser grüne Herr hier. Er wird mich umbringen, wenn er das sieht: